Lernen, mit seinen Ängsten zu leben

Lernen, mit seinen Ängsten zu leben
Lernen, mit seinen Ängsten zu leben

Mit Ängsten zu leben ist schwer. Man fühlt sich allein, weil man Probleme damit hat, anderen zu erzählen, was einen belastet. Oder die Mitmenschen werden ungeduldig, weil man von ihnen nicht verstanden wird. Angst kann chronisch werden und sich über Jahre verfestigen, oder akut auftreten und schnell wieder verschwinden. Wenn Sie unter Ängsten leiden, dann ist es wichtig zu lernen, damit umgehen zu können und Techniken zu erlernen, die im Alltag hilfreich sind. Alternativ kann man auch seine Ängste einfach akzeptieren und sich damit abfinden, doch damit wird man sich auf Dauer nicht wohl fühlen. Besser ist es, sich dem Problem zu stellen. 

1. Verantwortung übernehmen

Stellen Sie sich der Tatsache, dass Sie unter Ängsten leiden und etwas dagegen tun müssen. Vielleicht werden Sie nicht alle der Symptome vollständig loswerden können, doch sich seines Leidens bewusst zu sein und mit anderen darüber zu sprechen, sind zwei wichtige Dinge. Denn je mehr man sich seiner selbst versichert, desto weniger wird man unter den Symptomen leiden.  

2. Erst einmal durchatmen …

Angst wird häufig durch Atemprobleme verstärkt. Wenn Sie unter einer Angstattacke leiden – oder unter einer Panikattacke, die ähnlich wirkt – nehmen Sie sich die Zeit, um in Ruhe durchzuatmen. Achten Sie darauf, dass Sie langsam und tief ein- und ausatmen.  Wenn es hilft, atmen Sie tief in Ihren Brustkorb ein, bis sich Brust und Bauch mit Luft gefüllt haben, halten Sie dann die Luft ca. 5 Sekunden an, und lassen Sie dann die Luft langsam aus Ihrem Körper entweichen, indem Ihr Brustkorb sich senkt. Halten Sie Ihre Schultern nach hinten und wiederholen Sie diesen Vorgang, bis Sie sich entspannter fühlen.  

3. Bleiben Sie auf Trab!

Ängste überkommen einen oft, wenn man nachdenkt. Wenn Sie sich selbst Zeit zum Nachdenken lassen oder zum Müßiggang, dann überkommen Sie bestimmt auch die Ängste. Eine Möglichkeit ist es, sich stets auf Trab zu halten, und zwar von morgens bis abends. Das ist anstrengend? Sicherlich. Doch mit etwas Glück schlafen Sie dann auch gut. Es muss nicht immer körperliche Anstrengung sein, man kann auch ein Buch lesen oder sich kreativ betätigen, selbst Meditation ist gut. Bleiben Sie wach und engagiert, dann bleibt auch das Gedankenkarussell stillstehen.  

4. Sport treiben

Ähnlich verhält es sich mit Sport. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch mehrmals die Woche Sport zu treiben steigert die Stimmung und das Wohlbefinden. Niemand muss dabei zum Spitzensportler werden. Man kann auch Yoga machen, spazieren gehen oder ein paar Bahnen im Swimming Pool schwimmen. Sport fördert die Ausschüttung von Serotonin, vertreibt Stresshormone und hilft durch Endorphine auch der Laune auf die Sprünge.

5. Identifizieren Sie Ihre körperlichen Probleme

Eine andere Methode, mit seinen Angstsymptomen umzugehen, ist sich zu fragen, woher sie kommen. Ist beispielsweise der Nacken angespannt, dann konzentrieren Sie sich auf Ihren Nacken. Haben Sie ein flaues Gefühl im Magen, dann konzentrieren Sie sich darauf, und ist es die Atmung, atmen Sie bewusster. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Symptome wie ein Hund auf einen Knochen, und sobald Sie abgelenkt werden, fangen Sie wieder von vorne an. Wiederholen Sie das solange, bis es Ihnen besser geht.  

6. Kümmern Sie sich um andere

Manchmal ist Angst ein Zeichen, dass man sich zu sehr um sich selbst sorgt. Ein guter Weg, die Symptome der Angst verschwinden zu lassen ist es, sich um andere Menschen zu kümmern. Braucht jemand vielleicht Ihre Hilfe, ob Familienmitglied, Nachbar oder Freund? Falls nicht, vielleicht können Sie sich ja als freiwilliger Helfer irgendwo engagieren? Dadurch geraten die eigenen Probleme mehr aus dem Blickfeld und man kann Freude daran finden, anderen zu helfen.

7. Vermeiden Sie alles, was Ihre Ängste verstärkt

Auch wenn man normalerweise nicht dazu raten würde, Dingen aus dem Weg zu gehen, wer unter Ängsten leidet, für den können bestimmte Situationen besonders schlimm sein. Wenn Sie wissen, welche das sind, und sich keiner Behandlung oder Therapie hinsichtlich dieser Angst machenden Dinge unterziehen, dann gibt es keinen Grund, diese nicht zu vermeiden. Falls Sie Angst bekommen, wenn Sie die Nachrichten im Fernsehen sehen, dann vermeiden Sie die Nachrichten. Wenn Sie es nicht ertragen können, Ihre(n) Ex im Facebook zu sehen, dann blocken Sie ihn oder sie oder löschen Sie Ihr Profil.  Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Zeit vor dem Schlafengehen. Aufregung in den letzten Stunden des Tages kann dazu führen, dass man lange noch wach bleibt und keine Ruhe findet. 

8. Spüren Sie die Angst!

Falls Sie es können, dann erweitern Sie Ihre Grenzen jeden Tag ein Stückchen. Manchen Symptomen kann man trotzen, indem man sich den Dingen stellt, vor denen man am meisten Angst hat. Das kann bedeuten, jeden Tag mit einer fremden Person zu sprechen, oder mit dem Auto in neue Gegenden fahren. Es ist egal, was es ist, und es muss auch niemand wissen. Setzen Sie sich selbst kleine Ziele und schauen Sie, wie weit Sie kommen.

9. Stellen Sie sich das Schlimmste vor, was passieren könnte

Falls Sie wissen, welche Dinge Ihnen die grösste Angst einjagen, dann versuchen Sie zu überlegen, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Selbst wenn das schlechtmöglichste Ergebnis eintritt, dann ist das bestimmt schrecklich, aber die Welt geht davon noch lange nicht unter. Es gibt also keinen Grund für übertriebene Sorgen. Wenn die Panik in Ihnen aufkommt, dann atmen Sie tief durch. Die Panik wird verschwinden und es geht Ihnen gut.

10. Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie lieben

Wenn Ihnen mal wieder alles zu viel wird, dann machen Sie eine Liste der Dinge, die Sie lieben. Das können Milchreis, ein Beatles-Album, ein Hund oder die Regentropfen auf dem Dach sein, der Klang des Meeres oder Skifahren - alles, was Sie glücklich macht, kommt in Frage. Manche Leute machen solche Listen in extra dafür gekauften Notizbüchern. Kaufen Sie sich gleich ein Notizbuch, in dem Sie Ihre Lieblingsdinge aufschreiben. 

11. Eine positive Attitüde haben

Das ist oft leichter gesagt als getan, doch es hilft, mitten in der grössten Verzweiflung die Vorteile statt der Nachteile erkennen zu können, das Gute anstatt dem Schlechten, die Möglichkeiten anstatt der Gefahren. Wer sich auf die positiven Dinge zu konzentriert, kann das Leben mehr geniessen.

Ängste verschwinden nicht über Nacht und manchmal sogar nie. Doch man kann stetig daran arbeiten, mit anderen über seine Gefühle sprechen und vor allem die Dinge geniessen, die einem Freude machen.

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