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Viele Eltern machen sich Sorgen um die Folgen einer Scheidung für Kinder, weil sie sehen, wie stark die Umbrüche für alle Beteiligten in solch einer Situation sind. Dabei ist die Scheidung nicht das eigentliche Problem für die Kinder, sondern eher die folgende Unsicherheit. Für viele Kinder ist die Erkenntnis sehr verstörend, dass sich die Eltern nicht mehr lieben, und plötzlich finden sie sich zwischen zwei Haushalten wieder. Das Leben ändert sich dramatisch und das kann eine grosse Herausforderung für Kinder und Eltern sein.
Manche Folgen einer Scheidung für Kinder hängen vom Alter des Kindes ab. Während sich jüngere Kinder schneller an die neue Situation gewöhnen können, kann eine Scheidung gleichzeitig dazu führen, dass sie abhängiger werden und mehr Zuwendung brauchen. Ältere Kinder werden schneller unabhängiger, und hegen manchmal auch Wut beiden Eltern gegenüber, was sich in verschiedenen Verhaltensweisen ausdrücken kann. Ein jüngeres Kind wird eher zurückhaltender, während ältere Kinder eher zu Aggressionen neigen. Doch manchmal ist es auch genau andersrum, je nach Charakter des Kindes.
Theoretisch kann man dieses Verhalten nachvollziehen. Kleine Kinder sind abhängig von ihren Eltern und die Familie ist ihre Welt, somit gerät das Leben der Kinder fundamental aus den Fugen und sie fühlen sich unsicher der neuen Lebenswelt gegenüber. Ältere Kinder hängen stärker an ihren Freunden, bewegen sich in einer gröss
eren Welt und so kann eine Scheidung den Wunsch nach Unabhängigkeit beschleunigen, manchmal sogar die Flucht aus der häuslichen Situation.
In jedem Fall findet sich das Kind plötzlich zwischen beiden Elternteilen wieder, die Familie ist geteilt und ist nun unfamiliär und instabil. Das Kind kann mit jedem Elternteil sprechen aber nicht mit beiden zusammen. Ältere Kinder können sich schneller daran gewöhnen, doch jüngere Kinder wünschen sich meist, dass beide Eltern wieder zusammen kommen und brauchen länger, um zu akzeptieren was passiert ist.
Jedes Kind macht sich Sorgen um die Zukunft. Die einst so vertraute Umgebung ist plötzlich weggebrochen und das Leben erscheint nun deutlich furchterregender als vorher. Das Kind macht sich Sorgen, was ihm nun noch alles „Schlechte“ passieren könnte. Kleinere Kinder werden anhänglicher, machen wieder ins Bett, weinen, haben Albträume oder schreien. Manche vernachlässigen die Körperpflege wie das Waschen, das Kämmen oder das Zähneputzen. Dadurch zeigen sie den Wunsch nach Aufmerksamkeit und wollen sich versichern, noch geliebt zu werden.
Ältere Kinder sind unabhängiger und werden eher rebellisch, ob im Verhalten oder beim Kleidungsstil. Manche werden schon früher sexuell aktiv oder haben Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Sie werden distanziert, trotzig oder egozentrisch, weil sie tief im Innern daran glauben, dass sie nun auf sich selbst aufpassen müssen. Im Gegenzug bekommen sie von den Eltern immer mehr Verantwortung für die Familie übertragen.
Für Eltern sollten nach einer Scheidung drei Dinge im Mittelpunkt stehen, um das Vertrauen des Nachwuchses wiederherzustellen: Routine, Rituale und Bestätigung. Das Kind muss wissen, was es erwarten kann, und sich geliebt fühlen. Die Umstellung kann ein paar Jahre dauern, und dieser Zeitraum wird noch länger, wenn die Kinder in eine Patchworkfamilie ziehen.
Doch es ist nicht alles schrecklich. Forschungen aus den USA haben gezeigt, dass manche Kinder sich erleichtert fühlen nach einer Scheidung, wenn die Familiensituation schlimm war und Angst und Misstrauen den Alltag bestimmten. Mit einer Scheidung zu warten bis die Kinder älter werden ist nicht zwangsläufig eine gute Entscheidung. Kinder merken, wenn sich die Eltern nicht mehr lieben und viele Kinder sind glücklich darüber, wenn beide Eltern nach einer Scheidung wieder neue Lebensfreude finden. Nach einer Scheidung wieder Glück zu sehen, egal woher es kommt, wird fast jedes Herz erwärmen.
Verfasser: Tom Vermeersch (Über den Autor)
Tom Vermeersch ist ein staatlich anerkannter Psychologe und Bachblütenexperte mit über 30 Jahren Erfahrung.
Irrationale Bewertungsmuster, wie sie vom US-amerikanischen Psychotherapeuten Albert Ellis in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieben worden sind, werden gerade in schwierigen Lebensphasen automatisch aktiviert.
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Bachblüten sind kein Medikament sondern harmlose Pflanzenextrakte, die man nimmt, um die Gesundheit zu stärken.
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