Angst vor Lärm bei Hunden behandeln

Angst vor Lärm bei Hunden behandeln

Ist Ihr Hund manchmal auch ein Angsthase? Reagiert Ihr Hund negativ auf Lärm und laute Geräusche? Verkriecht er sich bei Gewitter und zittert Ihr Hund bei Feuerwerk? Vielleicht fürchtet sich der Hund auch vor dem Staubsauger.

Manche Hunde sind sehr sensibel und entwickeln mit der Zeit eine Angst vor Lärm. Wenig sozialisierte Welpen, die in den ersten vier Lebensmonaten nicht viel mit der Welt in Berührung kamen, sind am häufigsten davon betroffen. Dennoch kann die Angst vor Lärm und lauten Geräuschen Hunde jeden Alters betreffen. Ältere Hunde entwickeln solche Ängste oft nach schlechten Erfahrungen, beispielsweise wenn sie sich neben einer lauten Strasse verlaufen haben oder in ein Gewitter geraten sind. Die gute Nachricht lautet: Mit ganz viel Geduld und Liebe kann man dieses Phänomen behandeln.

Fürchtet sich Ihr Hund?

Fürchtet sich ein Hund vor Lärm, dann reagiert er darauf physisch, emotional und in seinem Verhalten, da er glaubt, der Lärm werde ihm schaden. Er sieht die Situation als potenziell gefährlich an. Ein ängstlicher Hund wird sich dann ducken, hecheln, zittern, unruhig hin- und herlaufen oder anfangen zu sabbern. Möglicherweise verkriecht sich der Hund auch in eine dunkle Ecke, fängt an, Dinge kaputt zu machen oder bellt die ganze Zeit.

Tipps damit Ihr Hund weniger Angst vor Lärm hat

1. Systematische Desensibilisierung

Eine systematische Desensibilisierung kann sehr wirkungsvoll sein, wenn sie richtig durchgeführt wird. Dabei setzt man sein Haustier dem Lärm aus, vor dem es Angst hat. Dabei sollte der Lärm zunächst so leise sein, dass der Hund ihn kaum hören kann (denken Sie daran, wie gut Hunde hören können). Sobald sich das Tier an den Lärm gewöhnt hat und glücklich ist, spielen Sie mit ihm und geben Sie ihm eine Belohnung. Beim nächsten Mal können Sie die Lautstärke etwas steigern. Dazu braucht man etwas Fingerspitzengefühl, um nicht zu schnell eine ängstliche Reaktion zu provozieren. Die Belohnungen sollten durchaus etwas hermachen, viele Streicheleinheiten und viel Lob können zusätzlich helfen.  

Diese Strategie ist sehr langwierig und man muss sie über Wochen, wenn nicht Monate lang durchhalten. Sobald Ihr Hund Anzeichen von Angst zeigt, müssen Sie aufhören. Gehen Sie bei der nächsten Sitzung wieder ein paar Schritte zurück, d.h. drehen Sie die Lautstärke wieder herunter und gehen Sie bei der erneuten Steigerung behutsam vor.

Zwingen Sie Ihren Hund niemals zu etwas, das ihm Angst macht. Unter keinen Umständen sollten Sie die Methode „Sprung ins kalte Wasser“ verwenden, wobei der Hund mit den ihn Angst machenden Dingen konfrontiert wird, da der Hund so grossen Stress erleidet und man ihn damit quält.

2. Schaffen Sie ihm einen sicheren Ort

In einer idealen Welt hätte der Hund einen sicheren Platz, an den er sich zurückziehen kann, wo er sich sicher und geborgen fühlt. Viele Hundebesitzer trainieren Ihrem Hund das Körbchen oder die Hundehütte an, und der Hund fühlt sich da sicher. Das ist ideal, wenn der Hund Angst vor Ereignissen hat, die sich auf alle Sinne auswirken, so wie Stürme. Bei Sturm ändert sich der Luftdruck, es gibt Lärm, Lichtblitze und viel Wind. All diese Dinge können dem Hund Angst machen.

Wo fühlt sich Ihr Hund zuhause besonders sicher? Schaffen Sie ihm einen sicheren Platz – das muss nicht die Hundehütte sein – und ermutigen Sie ihn bei Sturm, sich dort zu verkriechen. Isolieren Sie den Raum so gut wie möglich gegen Lärm und machen Sie es Ihrem Hund gemütlich, mit seinen Lieblingsspielsachen usw. Sie können andere Licht- und Lärmquellen abschirmen, die Vorhänge zuziehen, Entspannungsmusik anmachen usw.

Falls Ihr Hund sich in seine Hundehütte verkriecht, können Sie diese mit einem Bettlaken abdecken, wenn das hilft. Unter keinen Umständen sollten Sie Ihren Hund in die Hundehütte zwingen, falls er nicht daran gewöhnt ist. Das bedeutet nur Stress für ihn. Auch kann er sich verletzen beim Versuch, aus der Hütte zu fliehen. Ihr Hund sollte stets die Freiheit haben, gehen und kommen zu können, wann er will – und sich niemals eingesperrt fühlen.

3. Nicht übertreiben mit den Streicheleinheiten

Übertreiben Sie es nicht mit den Streicheleinheiten. Sie möchten bestimmt nicht erreichen, dass Ihr Hund lernt, wenn er das Verhalten X zeigt, dann bekommt er Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit. Versuchen Sie, sich normal zu verhalten, doch mässigen Sie Ihre Stimme. Vergessen Sie nicht, dass Hunde sehr sensibel auf die Launen ihrer Besitzer reagieren. Falls Sie gestresst oder ängstlich sind, wird Ihr Hund dieses Verhalten übernehmen.

Natürlich sollten Sie Ihrem Hund Gesellschaft leisten, wenn er das möchte. Schicken Sie ihn nicht weg! Denken Sie daran, sich bei einem späteren Zeitpunkt um diese Probleme zu kümmern.

4. Ablenkung

Lenken Sie Ihren Hund mit Leckerli und Spielen ab. Falls der Hund gerne Ball spielt, dann spielen Sie etwas im Haus, Ball holen oder Fussball. Falls er immer noch Angst hat, dann zwingen Sie ihn zu nichts.

5. Bestrafen Sie niemals Ihren Hund

Möglicherweise sind Sie frustriert, weil Ihr Hund laut ist oder viel kaputt macht. Doch vergessen Sie nicht , er macht es nur aus Panik, und jede Bestrafung würde die Situation nur noch verschlimmern.

6. Mittel zur Beruhigung

Es gibt viele Mittel, welche dem Hund Hilfe bei Lärm bieten. Ob spezielle Kaubonbons, Bachblüten oder ein Adaptil-Halsband, das Pheromone ausschüttet. Diese Pheromone sollen an jene erinnern, welche Hundemütter ausschütten, um die Welpen zu beruhigen. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt danach.

Anti-Stress-Anzüge, auch bekannt als Akupressur-Anzüge, können ebenfalls helfen. Der Anzug lindert Furcht und Ängste, indem er bestimmte Akupunktur-Punkte stimuliert. Diese Anzüge haben sich als sehr wirkungsvoll erwiesen. Man kann sie online kaufen oder sich das eigene Anti-Stress-Shirt für seinen Hund online kreieren. Es braucht dabei zwei bis drei Anläufe, bis sich der Hund an den Anzug gewöhnt hat.

7. Verhaltenstherapeut für Haustiere

Falls das Problem bestehen bleibt und Sie das Gefühl bekommen, Sie kommen mit Ihrem Latein ans Ende, dann könnte ein Verhaltenstherapeut für Tiere helfen. Er kann die Körpersprache des Hundes besser deuten und sehen, wie der Hund in bestimmten Situationen reagiert. Außerdem kann man hier wertvolle Tipps erhalten und sich selbst trainieren lassen, damit man selbst mit seinem Hund besser trainieren kann.

8. Medikamente

Es ist immer sinnvoll, sich von seinem Tierarzt beraten zu lassen. Es gibt viele mögliche, verschreibungspflichtige Medikamente, die Ihnen Ihr Tierarzt empfehlen kann. Manche muss man regelmässig nehmen, andere nur bei Bedarf (zum Beispiel während der Silvesternacht, wenn Feuerwerk ist). Geben Sie Ihrem Hund niemals ein verschreibungspflichtiges Medikament, ohne Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten zu haben. 

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